Was, wenn 2026 es gut mit dir meint? Und was, wenn das Jahr auf den ersten Blick weniger gut beginnt? Lass mich dir ein Beispiel geben. Es ist Samstag, 3. Januar 2026. Mein Wecker klingelt um 05:45 Uhr. Genau meine Zeit. Gähn. Eher nicht. Ich wecke meine zwei Jungs, denn wir müssen bis 06:45 Uhr von Bord sein, um dann zum Flughafen zu fahren, um unseren Flug um 10:10 nach Stuttgart zu erwischen. Eine wilde Tour wartet auf mich: Lissabon – Stuttgart und – dank der Fluglinie für den vorgezogenen Anschlussflug – nur eine Stunde Zeit in Stuttgart, um die Kinder meinen Eltern zu übergeben und weiter nach Palma und Madrid zu kommen. Während ich noch im Halbschlaf auf dem Bett sitze, erhalte ich die erste Nachricht: „Ihr Flug wurde um 2 Std. 45 Min. verschoben.“ Blöd. Und doch nicht, denn ich bekomme weiterhin alle Anschlussflüge, um zurück zum Schiff zu kommen. Denn der Anschlussflug in Stuttgart wird nun auch um 2 Std. 55min verschoben. Somit können das Auslaufen des Schiffs um 08:00 Uhr anschauen. Bingo. Was für ein Geschenk. Auf dem Weg zum Flughafen geht’s weiter – Nachricht Nummer zwei: „Ihr Flug wurde um 5 Std. 35 Min. verschoben.“ Toll. Nun passt nichts mehr. Ich tue alles, um die blaue Brille aufzubehalten und gehe weiterhin davon aus, dass alles gut wird. Der beste Plan wäre die Dame am Schalter dazu zu bewegen, die Kinder alleine mitzunehmen. Dann fliege ich von Lissabon direkt nach A Coruña, und die Sache passt wieder. Tja – die Idee war gut, die Ausführung nicht. Alleinreisen ist erst ab 13 möglich und Luis ist 10. Andere Menschen für zwei Stunden zu Wahleltern zu machen, ist auch nicht erlaubt. Während sie das alles mit ihrem Supervisor klärt, schließt die Kollegin den Check-in, und somit kommt unser Aufgabegepäck nicht mehr in den Flieger (der doch erst in knapp 6,5 Stunden geht …). Egal. Ich vertraue weiter, suche nach Alternativen. Am Flughafen kann mir keiner helfen. Dann helf ich mir einfach selbst. Wenn ich die Kids zurückbringen darf, dann gibt es nur eine einzige Chance um noch pünktlich aufs Schiff zu kommen: Neuer Flug morgen früh um 06:30 Uhr ab Frankfurt. Gut, den buche ich. Nun passt wieder alles. Während ich nach dem Mietwagen von Stuttgart nach Frankfurt schaue, kommt die dritte Nachricht: „Ihr Flug wurde annulliert.“ Okay. Ich atme schwer aus und lächle sehr bewusst weiter. „Alles ist gut Norman. Was für eine riesen Chance“ rede ich mir ein. Der freundliche Email Hinweis der Airline „Wir arbeiten an einer Lösung“ bringt mir nichts, wenn nun der ganze Pulk an Menschen hektisch betriebsam nach Alternativen schauen wird. Während ich also in der Hotline der Airline warte und warte, recherchiere ich nebenher alle Flüge, die uns a) heute nach Hause und b) mich morgen vor 16 Uhr zurück aufs Schiff bringen. Und da gibt es auch nur eine Möglichkeit: Lissabon – Madrid – München. Da das Universum ja bekanntlich Humor hat, gibt es noch genau wieviel Plätze im Flieger, der um 16:10 Uhr fliegen wird? Genau. Drei. Und diese sind, sehr zur Freude von Luis, auch noch in der Business Class. Da die Airline wohl auch nach 35 Minuten Warteschleifenmusik nicht mit mir spricht, entscheide ich das mal, denn überlasse deine Ziele, Wünsche und Träume nicht Anderen. Ich buche den Flug. Während ich happy üb er meinen Laptop Rand schaue, sehe ich die Koffer der Kinder. „Was für ein Geschenk, dass die unsere Koffer nicht wollten“ sage ich zu Philip und Luis. Denn keine Ahnung, wie schnell oder nicht schnell wir die aus den Tiefen des Flughafens wiederbekommen hätten. Wenn überhaupt. Nun sitzen wir in der Business-Class-Lounge, durften für die Kontrolle durch den Fast Track und haben Essen, Trinken, Strom und Internet for free. Für mich wird der Tag noch spannend, da wir um 22:40 Uhr aus Madrid kommend in München landen, ich die Kinder dann mit dem Mietwagen nach Künzelsau fahre und direkt von dort weiter nach Frankfurt, um den Flug um 06:30 Uhr zurück nach Madrid und A Coruña zu bekommen. Für was das alles gut sein soll? Ich weiß es (noch) nicht. Was ich weiß: Als Eventmanager habe ich vor Jahren gelernt, wie Reiseplanungen gehen und das heute morgen war für mich die einfache Umsetzung eines Notfallplan. Nämlich eine Option nach der anderen in meinem Kopf und dann in der Praxis durchzugehen, zu prüfen und dann klar zu entscheiden, was jetzt zu tun ist. Es war quasi ein Spiel, welches wir mit Bravour gewonnen haben. Und warum das Ganze nun passiert ist? Weil ich es wohl so bestellt habe. Denn ich habe einigen Menschen an Bord fast etwas mitleidig meine ursprüngliche Reiseroute erzählt. Zwar hatte ich immer Klarheit, dass alles gutgeht, nur irgendwie haben mich deren Zweifel vielleicht angesteckt. Und du weißt, sendest du schlechte Energie aus, schenkt dir das Leben das gleiche Gefühl, welches hinter der schlechten Energie steckt, durch irgendwelche Ereignisse im Leben zurück. Bei dieser neuen Tour weiß ich zu 100 %, dass alles gut geht. „Aber Norman, das wird ja noch ein viel heftigerer Ritt als die Ursprungstour.“ Mag sein. Ich bin ein „was auch immer nötig ist“ Mensch. Und zum Andere hat es meine eigene Energie verursacht und daher wird es auch meine eigene Energie lösen. Und zudem wird es für irgendetwas gut sein. Das weiss ich. Es ist alles gut und wird noch besser. Mein Tipp. Egal, was passiert – bleibe einfach positiv. Denn es könnte dein Leben verlängern. Warum? Das erzähle ich dir nächste Woche. Liebe Grüße aus der Lounge am Lissabonner Flughafen.