In der letzten Woche habe ich dir versprochen, dir heute zu schreiben, warum positiv bleiben dein Leben verlängern könnte. Übrigens ging die Geschichte mit meinen Kindern dann doch noch weiter – und zwar anders als geplant. Aber hey, immer schön weiterlächeln. Dazu später mehr.

Fangen wir mit dem Wichtigsten an. Denn es gibt etwas, das oft unterschätzt wird, wenn wir über ein langes Leben nachdenken. Und es steckt weder allein im Fitnessstudio noch ausschließlich in unserer Ernährung. Gut versteckt liegt da etwas zwischen unseren Ohren, das einen viel größeren Beitrag leistet, als mancher denkt. Dein Gehirn. Und darin verborgen deine Haltung, dein Blick auf das Leben und deine Gespräche mit dir selbst.

Wissenschaftliche Forschung zeigt: Menschen, die grundsätzlich zuversichtlich und positiv sind, haben eine messbar höhere Chance, länger und gesünder zu leben. In großen, jahrzehntelangen Studien war eine positive Grundeinstellung über alle Altersgruppen hinweg mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, das Alter von 85 oder sogar 90 Jahren zu erreichen. Und das unabhängig von Ernährung, Bewegung oder Rauchgewohnheiten. Jopie Heesters hat uns das vorgemacht.

Was bedeutet das konkret? Optimismus allein wird nicht alle negativen Dinge wie Krankheit oder Schicksalsschläge verhindern. Die Frage ist nur, wie du diese Dinge wahrnimmst und was du dann daraus machst. Eine Haltung der blauen Brille im Leben, die als Basis Glaube, Vertrauen und das Gute sehen beinhaltet, erweist sich als ein echter Verbündeter für dein Wohlfühlen. Und somit auch für die Länge deines Lebens.

Weißt du, was das Beste ist? Neuere Erkenntnisse der positiven Psychologie zeigen, dass Optimismus trainierbar ist, ähnlich wie ein Muskel, der stärker wird, wenn du ihn benutzt und forderst. Indem du deine negativen Gedanken bewusst hinterfragst und das Gute daran findest, Dinge wie schlechte Nachrichten gar nicht erst in deinen Kopf lässt, täglich für etwas dankbar bist oder dir – gerade zu Beginn des Jahres – eine klare Vision für dein neues Jahr überlegst, veränderst du Stück für Stück deine innere Grundspannung. Weg vom Blick auf das Schlechte, hin zum Blick auf das Gute und auf das, was im Positiven möglich sein könnte macht aus der Verspannung eine Entspannung. 

Genau diesen Blick brauchte ich dann auch letzte Woche. Denn als wir eine Stunde verspätet in Madrid gelandet sind und uns der Flug nach München quasi vor der Nase weggeflogen ist, verschwand jegliche Hoffnung, an diesem Tag noch nach Deutschland zu kommen. Die Flüge nach Düsseldorf und Berlin waren ebenfalls schon im Abflug, und den Flug nach Wien (nämlich unsere Maschine aus Lissabon) durften wir nicht nehmen, da er rappelvoll war.

Was also tun? Am nächsten Tag zurückfliegen und das Schiff verpassen – oder … ganz anders an die Sache herangehen.

Wenn du Dinge nicht ändern kannst, schau sie dir von einer anderen Seite an. Gut war: Von meiner allerersten Buchung hatte ich noch ein Hotel in Madrid und einen Flug von Frankfurt über Madrid nach A Coruña. Nun waren wir ja in Madrid. Glück im Unglück. Wenn diese Dinge also schon da waren, gab es jetzt nur noch eine Möglichkeit, rechtzeitig zurück aufs Schiff zu kommen: Die Kinder müssen einfach mitkommen, wenn ich am nächsten Morgen nach A Coruna fliege. 

Nach Rücksprache mit der Mama der beiden und der Generalmanagerin auf dem Schiff war dieser eine Weg plötzlich unser machbarer Masterplan. Wie die Kinder dann von Bremerhaven in den Süden kommen, war ein weiteres Thema. Und manchmal ist die Lösung schon da, bevor das Problem überhaupt auftaucht.

Denn Tage zuvor hatte ich das Vergnügen, das Kochduell an Bord zu moderieren. Einer der Juroren wollte sein Geschenk – ein Buch von Tim Raue – nicht haben, und ich bin meinem spontanen Impuls gefolgt, es zu Gunsten der Crew direkt auf der Bühne zu versteigern. Mit Hilfe von Gina De la More als Auktionatorin haben wir für die Crew 1.000 Euro ersteigert.

Und das Paar, das das Buch und noch zig andere Dinge ersteigert hatte – die der Kapitän und der Kreuzfahrtdirektor spontan obendrauf gelegt hatten – kam aus Flein bei Heilbronn, was 30 Minuten vom Heimatort der Kinder entfernt ist. An diesem Abend war das noch nicht so spannend.

Während ich nun mit den Jungs in Madrid auf dem Weg zum Hotel war, traf Anke die beiden Gäste. Und Sabine und Ingo boten spontan an, Philip und Luis mit in den Süden zu nehmen.

Damit war die Lösung vorbereitet, bevor das Problem überhaupt entstanden war.

Du weißt also nie, was oder wer dir irgendwann einmal helfen könnte. Darum: Sei heute freundlich zu anderen – denn morgen könntest du ihre Hilfe brauchen.

Also immer schön positiv bleiben.