Warum wahre Stärke nicht im Außen entsteht, wurde mir am Freitagabend sehr deutlich.
Ich saß in einem Vortrag meines Gastkünstlerkollegen und Freundes Carsten Risse zum Thema Burnout. Carsten sprach über die fünf inneren Antreiber nach Kahler & Caspers:
- Sei immer perfekt
- Mach immer schnell
- Streng dich immer an
- Mach es allen recht
- Sei immer stark
Für mich war besonders spannend, dabei das Publikum zu beobachten: zustimmendes Nicken, der kurze Blick zum Partner. Denn wir alle kennen diese Sätze. Manche mehr, manche weniger. Für viele von uns sind sie seit Jahren stille Partner, die dann durch unser Denken, Sprechen und Handeln an die Oberfläche kommen. Und genau darin liegt der Hase im Pfeffer: Auf Dauer sind diese Einstellungen ziemlich ungesund.
Denn um was es bei all diesen Antreibern geht, ist, es irgendjemandem im Außen recht zu machen oder jemanden etwas zu beweisen. Nur: Was ist mit dir? Was ist denn dein Wunsch?
Esther Hicks hat dazu eine Idee, die ich vor ein paar Tagen in ihrem Newsletter gelesen habe:
„Wenn du deine Beziehung zu deinem inneren Sein zu deiner höchsten Priorität machst und bewusst Gedanken wählst, die deine Ausrichtung unterstützen, bietest du den Menschen, mit denen du in Kontakt bist, ganz automatisch den größten Mehrwert.
Nur wenn du mit deiner Quelle verbunden bist, hast du überhaupt etwas, das du einem anderen geben kannst.
Wenn dein Verhalten davon geprägt ist, andere Menschen glücklich machen zu wollen, verlierst du die Verbindung zu deiner Quelle. Und es ist dir nicht möglich, selbst glücklich zu sein, solange du nicht in dieser Ausrichtung bist. Ohne diese Verbindung hast du nichts, was du einem anderen anbieten kannst.“
Welchen Weg du auch immer für dich wählst, er wird zu deiner Wirklichkeit. Denn dein Denken bringt deinen Körper in eine Handlung und daraus resultiert dann irgendwann ein Ergebnis. Schau mal genau hin, ob es in deinem Leben primär darum geht, anderen etwas zu beweisen, oder darum, selbst so glücklich wie möglich zu sein. Und ob das nun gut oder schlecht ist, siehst du im Ergebnis… oder anders gesagt, in deinem täglichen Leben.
„Ja aber Norman, mich macht es glücklich, anderen zu zeigen, wer oder was ich bin …“, magst du vielleicht denken. Das kann schon sein. Nur dann ist dein Glück abhängig von anderen Menschen, die dich toll finden. Und was ist, wenn es diese Menschen oder Faktoren im Außen nicht mehr gibt?
Unser aktueller Altersdurchschnitt an Bord der Mein Schiff 3 auf dieser Langzeitreise in die Karibik liegt bei knapp über 67 Jahren. Viele Menschen bekommen also kein Lob und keine Anerkennung im Beruf mehr. Und wenn das die einzige Kraftquelle war, entsteht eine Leere, die man leider oft im Gesicht dieser wundervollen Menschen sieht: Kein Lachen. Keine Freude. Kein sichtbares Lebensglück. Und in den Augen ist auch kein Strahlen zu sehen.
Und dann gibt es andere. Sie strotzen vor Kraft und Freude. Die sind beim Yo-Dance mit Kathi, halten ihren Rollator fest und machen die Schritte in ihrem Stil und ihrem Tempo mit. Und dabei haben sie ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Und weißt du, was das Lebensmotto dieser tollen Menschen ist? „Ist mir doch egal, was andere machen oder von mir denken. Ich habe einfach Spaß und mach so gut ich kann.“ Oder um es in Kathi´s Worten zu sagen; Es gibt keine Fehler, sondern nur Variationen.
Zu welcher der beiden Gruppen möchtest du dich ab sofort zählen? Zu denen, die warten, dass Lob und Anerkennung von außen kommen? Oder zu denen, die Freude und Stärke von innen heraus finden?
Wie auch immer du dich entscheidest: Mach dir bitte bewusst, dass dein zukünftiges Leben davon abhängt. Denn deine Glaubenssätze triggern deine Gedanken, deine Gedanken aktivieren ein Gefühl, dieses Gefühl bringt dich in eine Handlung und dann hast du ein Ergebnis… oder anders gesagt, dein aktuelles Leben. Möchtest du also etwas in deinem Leben verändern, ändere zuerst deine Gedanken. Der Rest folgt dann automatisch in diese neue Richtung. Probier´s mal aus.
