Nach 44 Tagen auf Tour sind Anke und ich wieder zurück aus der Karibik im kalten Deutschland. Die Eisschicht(en) auf meinem Auto waren dann doch recht dick, und die Einfahrt war auch noch schön zugeschneit. Tja, das passiert, wenn man das Alte nicht wegschiebt und keinen Platz für das Neue macht. Dann ist das irgendwann eine echte Herausforderung.

Ein Satz, der mir in den letzten Tagen auf der Leadership Cruise hängen geblieben ist, hat mit einem Fallschirm zu tun. Unser Mentor sagte: „Dein Geist ist wie ein Fallschirm. Er funktioniert am besten, wenn er offen ist.“ Wahrscheinlich schmunzelst du jetzt. So ging es mir auch, als ich ihn gehört habe. 

„Ja, ja, mein Geist ist eigentlich offen“, magst du jetzt vielleicht denken. „Eigentlich“ ist ein sehr spannendes Wort, das tief im Inneren oft eine andere Antwort liefert als die Worte, die wir sprechen.

Wie hoch ist denn deine Bereitschaft, Neues zu lernen?

Ich treffe immer wieder Menschen an Bord der Mein Schiff, die vor meinen Vorträgen am Eingang stehen bleiben und fragen: „Was gibt es hier?“ „Hier gibt es die Reise auf der Reise. Die Reise zu mehr Freude und Leichtigkeit im eigenen Leben.“ „Oh nein. Das ist nichts für mich. Ich bin hier im Urlaub und will nicht arbeiten.“

Tja, wann wäre ein besserer Zeitpunkt als genau jetzt – im Urlaub? Und natürlich darf jeder für sich entscheiden, was er von solch einer Reise mitnehmen möchte (außer den extra fünf Kilo auf den Rippen 😉).

Dann gibt es andere. „Norman, meine Bereitschaft, Neues zu lernen, ist recht hoch. Ich habe sogar schon einmal die ChatGPT-App gesehen.“ Wow. Das ist … ja, das ist … super. Du bist eigentlich am Puls der Zeit 😉

Denn: Anschauen allein hat mit einem offenen Geist nur zur Hälfte etwas zu tun. Da gibt es nämlich noch eine zweite, entscheidende Frage: „Wie hoch ist deine Bereitschaft, das Neue auch wirklich in dein Leben zu integrieren und die für dich wichtigen Dinge umzusetzen?“

Auf einer Skala von 1 (wenig) bis 10 (viel): Wie viel von diesen für dich „neuen“ Dingen setzt du wirklich, wirklich, wirklich um?

Die Antworten auf diese beiden Fragen zeigen dir, ob dein Geist sich tatsächlich, wie ein Fallschirm verhält. Denn beide funktionieren am besten, wenn sie offen sind und benutzt werden.

Ein offener Fallschirm allein bringt dich zwar zurück auf den Boden und trotzdem nicht unbedingt sicher an den richtigen Ort. Du könntest schnurstracks in eine Wand fliegst oder hart aufschlagen, wenn du die vollen Möglichkeiten eines Fallschirms nur als Deko siehst. Nutze alle Seile, Fäden und Teile eines Fallschirms. Probiere Dinge aus. Schau, was er alles kann.

Ähnlich ist es mit deinem Geist. Er kann dich überall hinbringen, wohin du möchtest. Du darfst nur daran glauben und dann auch in die richtige Richtung gehen.

Denn der Spruch „Übung macht den Meister“ ist nur bedingt richtig. Die bessere Version lautet: „Die richtige Form der Übung macht den Meister.“ Beobachte dich diese Woche mal bewusst: Wo bist du offen und wo hältst du deinen Fallschirm noch halb geschlossen?

Und dann triff eine Entscheidung, etwas Neues neben dem Verstehen, auch zu leben.