„Wenn ich in ein paar Wochen wieder in den Urlaub gehe, bringen mich meine Mitarbeiter um.“ Ich grinse mein Gegenüber an. „Finde den Fehler.“ Der Geschäftsführer eines Unternehmens mit über 245 Mitarbeitern nickt. „Wenn ich nicht arbeite, arbeiten die auch nichts.“ Wer arbeitet hier für wen?
Tja, so ist es, wenn du für deine Mitarbeiter arbeitest, anstatt andersherum. Dieses Phänomen entsteht oft, wenn du vom Mitarbeiter zur Führungskraft befördert wirst oder einfach zu nett für diese Welt bist. Das Gleiche gilt für Dienstleister, bei denen manche Menschen den Eindruck haben, dass die Hierarchie etwas verdreht ist. Dein Steuerberater. Dein Anwalt. Dein Buchhalter. Sie alle arbeiten für dich und haben dir rein gar nichts zu sagen. Sie können dich beraten. Dazu hast du sie beauftragt. Nur du triffst die finale Entscheidung. Nur sind manche Unternehmer, Führungskräfte und Menschen diesen „Autoritäten“ zu sehr hörig. „Das geht nicht“ wird einfach so hingenommen, anstatt zu sagen: „Du arbeitest für mich – und ein ‚Das geht nicht‘ akzeptiere ich nicht. Finde einen Weg.“
Gleiches gilt für dein Gehirn. Wann wurde der Diener zum König? Denn wenn du mal ganz genau hinschaust, glaubst du oft das, was die Stimme in deinem Kopf dir sagt.
„Oh, das könnte schiefgehen“, hörst du diese innere Stimme. Und schon machst du es nicht.
Nur wem gehört diese Stimme eigentlich? Und warum solltest du nicht immer auf sie hören?
Dein Gehirn ist dafür da, dich sicher zu halten. Es greift dabei auf all deine bisherigen Erfahrungen zurück – alles, was du jemals erlebt und gelernt hast. In meinem Fall sind das 49 Jahre Lebenserfahrung. Schön. Nur was, wenn du einmal eine negative Erfahrung gemacht hast? Im Beruf, in der Liebe, mit deinen Finanzen? Das tat damals mit Sicherheit weh. Und genau das hat sich dein Gehirn gemerkt. Es will dich schützen und rät dir deshalb von möglichen „Gefahren“ ab. Nur wenn du jede neue Beziehung mit der Angst vor der letzten beginnst, scheitert sie oft schon am Start.
Ich habe einmal eine Postkarte gesehen, auf der stand: „Liebe, als wärst du nie verletzt worden. Tanze, als würde niemand zuschauen. Und lebe, als hättest du nur diesen einen Tag.“ Es ist also an der Zeit, nicht alles zu glauben, was du „von da oben“ hörst. Denn was wäre, wenn es gut wird? Wenn deine Idee funktioniert – egal, was dir deine Vergangenheit bisher gezeigt hat?
Wenn du aufgibst, bevor du losgehst, hast du mit Sicherheit keinen Schritt nach vorne gemacht und somit bleibt auch alles gleich. Einfach mal wieder die Stimme da oben in die Schranken weisen und es doch nochmal mit voller Freude und Power angehen.
Und wenn deine Mitarbeitenden dich „umbringen würden“, wenn du dir Zeit für dich nimmst, dann darfst du genau da etwas verändern. Das sind allerdings Themen für ein 1:1-Coaching oder einen Vortrag im Unternehmen. Denn das Gehirn, das das Problem erzeugt hat, kann es nicht alleine lösen. Wenn es bereits wüsste, was zu tun ist, hätte es das längst umgesetzt. Deshalb brauchen wir alle neuen Input, neue Perspektiven, damit sich wirklich etwas verändert.
Wenn du Unterstützung brauchst, bin ich gerne für dich da. Melde dich einfach bei mir.
