Kennst du das? Du möchtest gerade etwas für dich Wichtiges machen und lässt dich „mal kurz“ ablenken. In meinem Fall höre ich gerade die Aufnahme von meinem Vortrag mit Mazze Wiesner bei Mercedes-Benz vor ein paar Tagen. Und seit 20 Minuten schaue ich auf den blinkenden Cursor in meinem Word-Dokument und bin gefangen in der Magie von Mazzes Songs zu meinen Worten. Das ist unglaublich, was an diesem Abend passiert ist. Vielleicht ist das genau das passende Thema für heute. Also nicht der Vortrag, sondern das Ablenken.
Vor einigen Tagen habe ich nämlich einen wundervollen Post meiner ehemaligen Kollegin Daniela Hamoshi auf LinkedIn gesehen. Liebe Daniela, ich weiß, dass du das jetzt gerade liest, und ich hoffe, ich darf ein paar Zeilen aus deinem Beitrag zitieren:
„Schon etwa 100 Stunden Lernen pro Jahr reichen, um über ein Thema deutlich mehr zu wissen als der Durchschnitt. 30–60 Minuten Lernen pro Tag = 180–365 Stunden pro Jahr.
Zum Vergleich: Wir verbringen im Schnitt 5–7 Stunden täglich mit privatem Medienkonsum, davon rund 2 Stunden auf Social Media. Und trotzdem sagen wir: „Keine Zeit für Weiterbildung.“ Kein Verzicht auf Netflix und Social Media. Nur 30 Minuten weniger Konsum, die uns richtig weiterbringen.“
Der wichtigste Baustein für Erfolg ist der Fokus.
Genauer gesagt der Fokus auf das, was dir hilft, den nächsten Schritt in die Richtung zu gehen, die dich nach vorne bringt. Und genau hier verlieren viele Menschen jeden Tag Stunden ihrer Lebenszeit.
Natürlich schreien Dinge wie Facebook, TikTok, Netflix-Serien, YouTube Shorts und Co. um deine Aufmerksamkeit. Denn all diese Plattformen möchten, dass du dich ganz lange auf deren Seiten aufhältst. Und sie wissen, wie sie es machen. Kurze Einheiten, schnelle Schnitte und alles, was für dein Gehirn spannend ist. Nun kommen Menschen wie Daniela oder ich und sagen: Nimm doch mal wieder ein Buch in die Hand. Nur 5 Minuten. Und diese 5 Minuten sind für so viele total langweilig, denn da gibt’s keine schnellen Schnitte, bunten Bilder und grandiose Abwechslung im Sekundentakt. Somit ist dein Gehirn nach sehr kurzer Zeit sowas von gelangweilt und freut sich auf das Aufblinken des Handys, denn zum Glück hat gerade jemand was gepostet oder eine WhatsApp geschickt.
Die Lösung? Damit du fokussiert sein kannst, bring dich an einen Ort, an dem du so gut wie immun gegen Ablenkung bist. Lass das Handy in der Küche liegen und arbeite in deinem Arbeitszimmer an den Dingen, die dich nach vorne bringen. Kein Radio. Kein Fernsehen. Kein Handy. Kein normales Telefon. Einfach nur du und dein z. B. Buch. Fühlt sich vielleicht komisch an. Nur schau, dass die Social-Media-Plattformen dich so in den Bann gezogen haben, begann mit dem ersten Clip. Dann kam der zweite Clip. Der dritte Clip. Und irgendwann hat sich dein Gehirn daran gewöhnt. Genau das Gleiche machst du nun mit dem Buch. Du darfst dich wieder daran gewöhnen, dass diese Art der Beschäftigung nun öfter Teil deines Lebens ist. Und von Mal zu Mal fällt es dir leichter. Ist wie im Fitnessstudio – die ersten Male sind wirklich anstrengend. Nur es wird von Mal zu Mal leichter, einfacher und natürlicher. Schenke dir zumindest ein paar Minuten pro Tag für sinnvolle Dinge, die dein Leben nach vorne bringen. Denn die ganzen Meldungen aus dem Rest der Welt bringen dein Leben ganz oft eher in die andere Richtung.
Ganz viel Spaß beim Schaffen deiner neuen Gewohnheit. Vielleicht beginnen deine ersten fünf Minuten genau heute.
