Während ich vor einigen Tagen meinem Mähroboter so zuschaue, wie er seine Bahnen zieht, google ich „Wie Karotten am besten lagern?“ und erhalte ganz oben die Antwort einer KI „Ohne Folie, im 2-Grad-Fach und ggf. mit einem feuchten Tuch außen herum.“ Tja. Was Oma noch wusste, wissen wir „Jungen“ oft nicht mehr. Und da das Wissen der Oma nun im Internet steht, nutzen wir eben das. Oma 2.0.

Oder geht es gar nicht nur darum, dir das Leben einfacher zu machen, sondern vielleicht auch darum, dass wir langsam aufhören, selbst zu denken? Denn während wir immer mehr Dinge für uns erledigen lassen, verlieren wir etwas ganz Entscheidendes: unser eigenes Denken. Lass uns mal anschauen, warum echte Führung damit beginnt, wieder selbst zu denken und das in einer Welt, die dir das Denken abnimmt.

Früher haben wir nachgedacht, heute fragen wir die KI. Statt mit Logik und Erfahrung an etwas heranzugehen, googeln wir. Was völlig okay ist. Die eigentliche Frage ist nur: Was machen wir mit der Zeit, die wir dadurch gewinnen? Oft verdaddeln wir sie. Mit Social Media, News-Tickern oder Dingen, die uns am Ende eher Energie ziehen als geben.

Und dann passiert etwas Spannendes: Wir sehen, was andere haben und wir nicht.

Wir hören, was alles schiefläuft, und fühlen es plötzlich selbst. Und Schwupps, fühlst du dich natürlich auch schlecht. Wann fühlst du dich also schlecht? Immer wenn du dich auf Dinge fokussierst, die du nicht willst. Genau das ist es, was negative Emotionen sind: Der Fokus auf etwas Ungewolltes.

„Aber Norman, ich fokussiere mich doch auf das, was ich will.“ Selbst das kann zu negativen Gefühlen führen. Warum? Weil du unbewusst innerlich weißt: „Ich habe es noch nicht.“

Und genau dieser Gedanke erzeugt das Gefühl. Denn ein Gefühl folgt immer einem Gedanken – nicht andersherum. Und genau hier beginnt echte Führung.

Denn wenn du deine Gedanken nicht steuerst, steuerst du auch nicht, wie du (dich) führst.

Dann führst du aus Reaktion. Aus Druck. Aus dem, was du gelesen hast. Aus dem, was „man gerade so macht“. Nur nicht aus dir. Selbstführung bedeutet nicht, noch mehr Tools zu kennen. Sondern dir darüber klar zu sein und zu merken: Ist das gerade wirklich mein Gedanke oder habe ich ihn übernommen? Denn genau so entstehen Entscheidungen. Und genau so entstehen (Firmen) Kulturen.

Nun zur Lösung: Der einzige Grund, warum du dich schlecht fühlen kannst, ist, dass du dich irgendwann auch einmal gut gefühlt hast. Ohne dieses eine Gefühl gäbe es keinen Vergleich zum anderen Gefühl. Macht Sinn? Wenn du gerade gestresst bist, kennst du auch aus deiner Vergangenheit, was Entspannung ist. Nimm in dem Moment beides wahr: Stress und Entspannung. Und dann triff eine Entscheidung. Nicht einfach nur stupide reagieren und sagen „Mist, jetzt bin ich wieder gestresst.“ Gehe bewusst an die Sache. Hol das Gefühl von Entspannung aktiv hoch und entscheide dich, einfach etwas länger in diesem Gefühl zu bleiben. Das ist Selbstführung.

Wir dürfen wieder anfangen, unser Denken selbst zu steuern.

Und es nicht komplett den großen Institutionen wie Presse, Social Media oder der Politik zu überlassen Denn vieles davon lenkt deinen Fokus eher auf die Angst als auf Klarheit. Und Angst war schon immer ein einfacher Weg, Menschen zu steuern.

Sei wachsam. Wähle bewusst, was du in deinen Kopf lässt und was nicht. Und wenn du die Wahl zwischen Angst oder Liebe hast – wähle immer die Liebe. Nur dazu darfst du deine Gedanken bewusst steuern.

Somit hilft es dann doch, öfter mal wieder selbst logisch nachzudenken. So wie bei den Karotten. Was ich sehe, ist, dass sie in der Türe schwitzen und dadurch nicht besser werden. Und was ich aus Erfahrung weiß, dass alles im Kühlschrank länger frisch bleibt. 1 + 1 = 2. Eigentlich simpel.

Und genau so ist es auch mit deinen Gedanken. Du weißt, was gut für dich ist und was nicht gut für dich ist. Spätestens wenn du es fühlst, weißt du, was du wieder gedacht haben musst, damit dieses Gefühl in dir hochkommt. Keine kann alle Einflüsse von außen steuern. Nur das, was du in deinem Kopf daraus machst, hast du in der Hand. Gib den Gedanken bewusst Raum und eine positive Richtung.

Ich habe dann vor einigen Tagen einfach direkt eine Karotten-Ingwer-Suppe gemacht. Dann brauchte ich mir über die Lagerung keine großen Gedanken mehr zu machen. Du siehst, es gibt immer mehr als einen Weg zum Ziel.