Endlich Sommer, endlich Wärme... und schon meckern wieder alle, dass es zu warm ist. Jetzt war ich ja ein paar Tage unterwegs. Als ich nach meiner Rückkehr in meinen Garten schaue, sind schon einige Teile des Rasens verbrannt. Während ich mir die braunen Flecken etwas näher anschaue, fällt mir etwas auf. Es ist wirklich nur der Rasen verbrannt. Pusteblumen, Klee und alles andere Gelumpe steht weiterhin sattgrün im Garten. Ernsthaft? Ausgerechnet das, worum es mir eigentlich ging, ist verbrannt und alles, was ich nie angepflanzt habe, jedoch habe wachsen lassen, steht da wie eine Eins? Da stehe ich nun und sage leise „Das kann doch jetzt nicht wahr sein.“ Naja, ich hab eher gesagt „Was für eine Scheisse.“
Und plötzlich erinnerte mich mein Garten an uns Menschen. Du wurdest als glückliches Baby geboren. Vermutlich hattest du in der dann folgenden Kindheit Spaß. Warst neugierig. Hast gemalt. Gebastelt. Gelacht. Irgendwann kamen Sorgen dazu. Erwartungen. Vergleiche. Nachrichten. Meinungen anderer. Und irgendwann auch noch Social Media.
Schleichend und fast unbemerkt, begann das Unkraut zu wachsen. Nicht etwa, weil du es selbst gepflanzt hast. Sondern weil du aufgehört hast, dich um deinen dir wichtigen Rasen zu kümmern. Dabei hättest du jederzeit das Unkraut entfernen und somit deinen schönen Rasen pflegen können. Nur weil die meisten Menschen ihren Garten ebenfalls sich selbst überlassen, machen wir das als Menschen oft genauso. Wir geben ganz viel Energie in die Vergangenheit. Ebenso ganz viel Energie in die Zukunft. Und dann wundern wir uns, dass wir für das Jetzt keine Energie mehr haben.
Kennst du den Satz: „Du bist das Produkt deiner fünf engsten Freunde.“ Oder anders gesagt: Die Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst, entscheiden mit darüber, was in deinem geistigen Garten wächst. Heute gehören, neben den realen Freunden, auch Social Media „Freunde“ dazu. Wem schaust du jeden Tag zu? Sind das Menschen, die positiv sprechen? Die Ziele haben? Die andere Menschen ermutigen? Oder Menschen, die hauptsächlich jammern, urteilen und Angst verbreiten?
Ich finde es unglaublich spannend, neben jemandem zu sitzen, der YouTube öffnet. Denn die Vorschläge auf der Startseite zeigen ziemlich genau, womit sich dieser Mensch in den letzten Wochen beschäftigt hat. Der Algorithmus macht sichtbar, was in deinem geistigen Garten bereits wächst. Und genau deshalb solltest du dich regelmäßig fragen: Was lasse ich jeden Tag freiwillig in meinem Kopf wachsen? Du entscheidest in jeder Sekunde, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.
Mach die Dinge aus, die dir nicht guttun. Schalte ab, was deine Gedanken immer wieder in eine negative Richtung lenkt. Hör auf Menschen, die da sind, wo du sein möchtest, und die da waren, wo du heute bist. Denn wer den Weg bereits gegangen ist, kann dir zeigen, wo die Stolpersteine liegen. So ziehst du das Unkraut möglichst früh heraus. Denn je länger es bleibt, desto tiefer werden die Wurzeln.
Ich werde jetzt gleich erst einmal das Unkraut zwischen meinen Steinplatten entfernen. Nicht, weil die Welt dadurch besser wird. Sondern weil ich mich jedes Mal darüber ärgere, wenn ich daran vorbeilaufe. Und mich jedes Mal nur schlecht zu fühlen oder zu ärgern, verändert nichts. Etwas zu TUN verändert etwas. Genauso ist es in deinem Leben. Du kannst erst dann etwas verändern, wenn du beginnst, etwas anders zu machen. Du hast es in der Hand. Es ist dein Garten. Gestalte ihn so, dass genau das wachsen kann, was du dir für dein Leben wünschst.
Und weißt du, was das Beste daran ist? (D)ein Garten interessiert sich nicht dafür, wie er gestern aussah. Er wächst immer dorthin, wohin du ihn heute pflegst.
Ganz liebe Grüße und happy gardening.
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