Vor einigen Tagen sprach ich mit einem lieben Freund. Er hatte gerade eine echte Tiefphase. Und während wir über sein Leben sprachen, dachte ich über das Wort Leben nach. Wir haben aktuell nur dieses eine Leben. Und worum geht es in diesem Leben eigentlich?

Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Nur weißt du, was mir am Ende in den Sinn kam? Der Sinn des Lebens ist zu leben.

Klingt erstmal simpel. Und gleichzeitig vergessen wir genau das so oft. Ach, wer kennt sie nicht… Diese Tage, an denen du glaubst, heute nichts geben zu können. Wenn dir alles zu viel ist. Du keinen Bock mehr auf irgendetwas hast. Vielleicht sogar an vielem zweifelst. Kein Feuer. Keine Energie. Kein „Heute reiße ich Bäume aus“. Eher ein: „Heute könnte ich Bäume streicheln.“ Und selbst dazu reicht deine Energie nicht. ????

Verrückt ist dabei, dass von außen betrachtet alles super läuft, oder? Ein anderer Mensch würde dir wahrscheinlich sagen: „Ich weiß gar nicht, was du hast. Bei dir läuft’s doch.“ Ja.

Im Außen vielleicht. Nur wie sieht es innen aus? Denn da ist es manchmal einfach leer.

Und vielleicht liegt das gar nicht daran, dass mit dir etwas nicht stimmt. Vielleicht fehlt dir einfach die Verbindung zu dem, was dich lebendig macht.

Wann hast du dich das letzte Mal wirklich lebendig gefühlt? Nicht einfach funktioniert. Nicht nur performt. Nicht anderer Leute Erwartungen erfüllt. Sondern wirklich gelebt? Wann hast du dich so sehr im Jetzt verloren, dass Zeit keine Rolle gespielt hat? Wann hast du so sehr gelacht, dass dir der Bauch weh tat? (Ich bei der aktuellen Staffel von LOL auf Amazon Prime). Wann warst du so sehr bei dir, dass dir egal war, was andere darüber denken?

Denn genau da liegt oft der Unterschied. Wir verbringen so viel Zeit damit, das Leben zu leben, das „man eben so lebt“. Wir funktionieren, erfüllen Erwartungen anderer und vergessen dabei den wichtigsten Menschen auf diesem Planeten. So oft passen wir uns an.

Tun, was sinnvoll scheint. Tun, was Sicherheit gibt. Tun, was andere wollen. Und irgendwann wundern wir uns, warum wir selbst keine Energie mehr haben. Vielleicht, weil Energie genau dort entsteht, wo (dein) Leben (glücklich) ist.

Vielleicht fehlt dir ja gar keine Energie. Vielleicht fehlt dir eher Lebendigkeit und Leichtigkeit.

Und genau hier kommt Fokus ins Spiel. Worauf richtest du deinen Fokus? Auf das, was dich leer macht? Oder auf das, was dich lebendig macht? Denn meistens wissen wir längst, was uns guttut. Wir tun nur oft zu wenig davon. Dazu musst du jetzt nicht dein ganzes Leben auf links drehen und alles verändern. Nur vielleicht darfst du heute eine kleine Entscheidung für dich treffen. Mehr von dem zu machen, was dir Freude macht. Mehr von dem zuzulassen, was dich zum Lächeln bringt. Mehr von dem zu tun, damit du dich wieder spürst. Und weniger von dem, was dich nervt, dich auslaugt oder dich von dir selbst entfernt.

Denn am Ende ist der Sinn des Lebens vielleicht wirklich ganz einfach: Zu leben.

Ich wünsche dir eine wundervolle Woche. Und sag dir doch gleich mal „Ich liebe mein Leben und ich es jetzt genau hier zu sein, wo ich bin."

P.S. Hier noch ein Geschenk für deine gute Laune. Ein kleiner Einblick in den Vortrag mit dem wundervollen Mazze Wiesner, der meinen Vortrag musikalisch untermalt hat.