Am vergangenen Montag hatten wir in unserer SLB-Rebellen Community ein spannendes Gespräch. „Ich bin in den letzten Tagen sowas von unmotiviert. Zum Joggen habe ich mich echt aufraffen müssen. Und dann fing es auch noch an zu regnen, als ich draußen war. Und zwar so richtig. Als ich zurückkam, war ich pitschnass.“

Ich glaube, diesen ersten Teil kennen wir alle. Mir geht das in den letzten Tagen und Wochen auch immer mal wieder so. Da ist plötzlich keine Energie. Keine Lust. Kein Feuer. Und genau dann taucht sie auf, diese eine Frage: Ziehe ich es trotzdem durch oder lasse ich es heute einfach ausfallen?

Und meistens meldet sich sofort die innere Stimme mit grandiosen Glaubenssätzen. „Reiß dich zusammen.“ „Erfolgreiche Menschen ziehen durch.“ „Nur die Harten kommen in den Garten.“ „Du bist einfach nur faul.“ Kommt dir das bekannt vor? Wie immer möchte ich dir kein Richtig oder Falsch aufzeigen. Ich baue dir lieber ein Buffet auf und du entscheidest, was sich für dich richtig anfühlt und was dir „schmeckt“.

Natürlich gibt es Momente, in denen es gut ist, den inneren Schweinehund in seine Schranken zu weisen. Und wahrscheinlich kennst du auch diesen Satz: „Am Ende war ich froh, dass ich es trotzdem gemacht habe.“ Nur meine Frage ist: Wie hast du dich in der Zeit davor gefühlt? „Naja... ehrlich gesagt nicht besonders. Ich habe halt die Zähne zusammengebissen.“

Schauen wir uns das einmal ganz nüchtern an. Sagen wir, du gehst eine Stunde joggen. Diese Stunde macht dir heute keinen Spaß. Du bist müde. Es regnet. Jeder Schritt kostet Überwindung. Wozu gehst du trotzdem? „Damit ich mich danach besser fühle.“ Okay. Das bedeutet, du investierst 60 Minuten in etwas, das sich für dich gerade schwer anfühlt, um anschließend vielleicht zehn Minuten ein gutes Gefühl zu haben. Denn Hand aufs Herz: Bist du zwei Tage später immer noch glücklich, weil du an diesem Montag „gegen deinen Willen“ joggen warst? Wahrscheinlich nicht.

Mich erinnert das ein wenig an ein Casino in Las Vegas. Du steckst 60 Euro in einen Spielautomaten und bekommst am Ende 10 Euro zurück. Würdest du nach Hause gehen und sagen: „Heute habe ich richtig abgesahnt!“ Vermutlich eher nicht. Warum feiern wir dann im Leben manchmal genau dieses Prinzip? 60 Minuten Frust. Für 10 Minuten Freude. Versteh mich richtig. Mir geht´s überhaupt nicht darum, dass Joggen schlecht ist. Ich liebe Bewegung. Mir geht es um eine viel größere Frage. Muss sich Erfolg eigentlich immer nach Kampf anfühlen? Oder darf der Weg selbst schon Freude machen?

Vielleicht lautet die spannendere Frage deshalb anstelle von: „Ziehe ich es durch?“ lieber

„Wozu tue ich das überhaupt?“ Denn genau diese Frage betrifft weit mehr Lebensbereiche als nur das Joggen. Sie betrifft dein ganzes Leben.

Wie viele Menschen verbringen 46 Wochen im Jahr damit, auf sechs Wochen Urlaub zu warten? Sie halten durch. Sie funktionieren. Sie freuen sich auf das Wochenende. Und irgendwann auf die Rente. Was wäre, wenn die 46 Wochen bereits grandios wären?

Was wäre, wenn du etwas tun würdest, das dir an den meisten Tagen Freude bringt? Etwas, bei dem Arbeit und Leben gar keine Gegensätze mehr sind. Ja, natürlich gibt immer Momente oder Tage, an denen du keinen Drive hast. Die habe ich auch. Nur der Unterschied ist: Ich freue mich am nächsten Morgen wieder auf das, für was ich mich bewusst entschieden habe. Und genau deshalb liebe ich den Satz, den ich vor einiger Zeit gehört habe: „Are you willing to give up something good to get something great?“ „Bist du bereit, etwas Gutes loszulassen, um etwas Großartiges zu bekommen?“

Vielleicht steckt genau darin die eigentliche Frage dieser Woche. Die lautet nicht „Ziehe ich es heute durch?“ sondern „Was wäre das Großartige, für das es sich wirklich lohnt, morgens aufzustehen?“ Denn vielleicht geht es im Leben gar nicht darum, möglichst viel durchzuhalten und hart zu kämpfen. Vielleicht geht es darum, immer öfter Dinge zu finden, die dich tragen, anstatt dass du sie tragen musst... weil man das eben so macht.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du genau davon immer mehr in dein Leben holst.

P.S.: Wenn dich dieses Thema beschäftigt, hör gerne einmal in den Podcast zu diesem Newsletter rein. Dort teile ich noch einige Gedanken aus unserem letzten SLB-Community-Call, die hier bewusst keinen Platz mehr gefunden haben. Oder – noch schöner – du bist beim nächsten Montagabend einfach live dabei. Vielleicht ist genau das der Moment, in dem du dein persönliches „Großartig“ ein Stück klarer erkennst. Die Rebellen freuen sich auf dich.