Der Herbst ist nun doch mit großen Schritten eingezogen. Zwar scheint die Sonne hier und da noch durch, nur wird es jeden Tag dunkler und grauer. Ob es dieses Jahr Schnee geben wird? Keine Ahnung. Schön wäre es schon. Besonders, wenn wir zu dieser Zeit auf dem Schiff in der Karibik wären. 🙂
Apropos Schnee. Ich möchte dir heute eine Frage stellen. Und am Ende dieser Frage würde ich mir wünschen, dass du kurz aufhörst zu lesen, die Augen schließt und dir Gedanken über deine Antwort machst. Erst wenn du eine Antwort gefunden hast, komm wieder hierher zurück und lies weiter. Klingt gut? Super, so machen wir das.
Die Frage lautet:
Wenn du einen einzigen Moment deines Lebens in einer Schneekugel aufbewahren könntest, um ihn dir jederzeit wieder anzuschauen, welcher wäre das?
Wenn es dir so erging wie mir, sind dir bei dieser Frage sofort zig Bilder und Highlights durch den Kopf geschossen. Bei mir waren es Bilder mit Anke in Los Angeles vor dem Hollywood-Zeichen, Eindrücke von unseren wunderschönen Schiffsreisen und viele weitere Erinnerungen an besondere Orte. Natürlich waren auf diesen Bildern auch wundervolle Menschen zu sehen, mit denen wir diese Erlebnisse teilen durften.
Und so schön all diese Erinnerungen sind, kommen wir zurück zu unserer glasklaren Frage: Welchen EINEN Moment würdest du immer wieder anschauen wollen?
Dabei fiel mir etwas auf. Denn ich würde keinen dieser superduper Momente in meine Schneekugel packen. Warum? Weil es für mich zwar außergewöhnliche Erlebnisse waren, nur sind die meisten davon auch mit meinen Projekten verbunden. Was nehme ich in die Schneekugel? Das Treffen mit meinem Jugendhelden Michael Dudikoff? Das Event im Burj Khalifa in Dubai? Mit lieben Menschen vom Schiff in fernen Ländern einen Hot Dog essen? Mit unseren Karibikrebellen und Rüdi beim PUR Konzert sein? Mit Anke und Phil in Hollywood die nächsten Schritte meines Drehbuchs besprechen? Alles wundervolle Erinnerungen. Nur am Ende des Tages sind sie nicht dieser eine Schneekugelmoment.
Und jetzt passiert gerade etwas Spannendes. Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich schon längst, welches Bild ich in meiner Schneekugel sehen möchte. Mein erstes Gefühl war klar. Nur meldet sich gerade mein Verstand zu Wort.
„Norman, bist du sicher? Vielleicht doch lieber etwas vom Schiff? Oder Hollywood? Wie wäre es mit einer großen Party, bei der alle deine Freunde zusammenkommen?“
Ja, auch eine schöne Idee. Nur wäre das Bild in der Kugel bei 50 lieben Menschen vermutlich so klein, dass ich kaum noch jemanden erkennen könnte.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie mein Quatscher im Kopf auf Biegen und Brechen versucht, meine erste Antwort umzuschreiben. Plötzlich fallen ihm tausend andere Möglichkeiten ein, die doch cleverer wären oder besser aussehen könnten (denn diese Schneekugel würden ja dann auch andere Menschen sehen).
Kennst du das?
Du hast einen ersten Gedanken oder ein Gefühl, das sich sofort richtig anfühlt. Und je länger du darüber nachdenkst, desto mehr Argumente findest du manchmal dafür, warum es vielleicht doch etwas anderes sein sollte. Nur geht es bei der Frage nicht um Logik. Manchmal ist es natürlich gut, noch einmal nachzudenken. Nur vielleicht lohnt es sich, diesem ersten Impuls wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, bevor unser Verstand ihn mit lauter guten Argumenten niederschreit. In der Regel zeigt uns dieses erste Gefühl etwas, das wir im Trubel unseres Alltags aus den Augen verloren haben. Und genau das ist mir bei meiner Schneekugel aufgefallen.
Wir suchen unsere wertvollsten Momente oft zuerst bei unseren größten Erlebnissen. Bei den außergewöhnlichen Reisen, den besonderen Erfolgen und all den Dingen, auf die wir stolz zurückblicken.
Dabei finden wir sie möglicherweise bei den Menschen, mit denen wir unser Leben teilen.
Ich nehme an, dass es dir ähnlich ergangen ist wie mir. Und wenn nicht, auch gut. Vielleicht nimmst du das als schöne Einladung, noch einmal hinzuschauen. Look Again. Denn am Ende unserer Reise sind es nicht die materiellen Dinge im Außen, die an unserem Bett sitzen und unsere Hand halten. Das Schiff fährt weiter, das Hotel empfängt neue Gäste und irgendwo auf der Welt beginnt schon die nächste große Show.
Die Menschen, mit denen wir unser Leben geteilt haben, erinnern sich an uns. An gemeinsame Abende, an tiefgehende Gespräche, an ein Lachen oder an eine Umarmung. Vielleicht sogar an einen völlig unspektakulären Montagabend, der für sie zu einer besonderen Erinnerung geworden ist, weil es da „klick“ gemacht hat.
Und damit komme ich zu meiner Bonusfrage, die mir gerade in den Sinn kommt. Diese Frage geht noch ein bisschen tiefer:
Wer wäre wirklich, wirklich, wirklich traurig, wenn du nicht mehr auf diesem Planeten wärst?
Tauchen jetzt andere Gesichter vor deinem inneren Auge auf als zu Beginn unserer kleinen Unterhaltung? Look again. Denn möglicherweise haben genau diese Menschen einen ganz besonderen Platz in deiner Schneekugel verdient.
Ich wünsche dir eine wundervolle Woche.
P.S. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, welchen Moment ich eigentlich in meine Schneekugel packen würde. Da war doch noch was. 🙂
Ich sehe einen Moment vor mir, in dem die wundervollsten Menschen meines Lebens alle an einem Ort zusammen sind. Meine wundervollen Eltern, die seit über 49 Jahren immer für mich da sind. Meine wundervollen Kinder, die alle ihren eigenen Weg gehen und durch ihr Sein und Tun diese Welt jeden Tag ein Stück besser machen. Mein Schatzi, mein wundervoller AnkeR, mit der ich auf Seelenebene eine ganz besondere Verbindung habe und die durch ihre Liebe selbst die entferntesten Orte dieser Welt zu einem Zuhause macht.
Und weißt du was? Ich würde mich selbst mit in dieses Bild setzen. Denn auch ich bin wundervoll und es wert, jeden Tag aufs Neue mit einem Lächeln und wundervollen Gefühlen im Herzen angeschaut zu werden.
Know Yourself. Be Yourself. Lead by Example.
