Töten Sie Ihren inneren James Bond

//Töten Sie Ihren inneren James Bond

Der Erwartungsdruck auf uns alle steigt gefühlt täglich an. Die Firmenleitung erwartet etwas, die Kunden erwarten etwas, der Partner erwartet etwas, die Kinder erwarten etwas und wer bleibt am Ende auf der Strecke? Sie selbst. Um genau zu sein, Ihr eigenes Selbst. Mal ehrlich…kennen Sie sich eigentlich selbst in „richtig?“

Eine tragende Rolle im Leben
Wenn es Ihnen so geht wie mir, würden Sie am liebsten ab und an die von Ihnen erwarteten „Rollen“ im See versenken. Mein Tipp: Tun Sie es. Denn hier liegt der entscheidende Schlüssel zu ihrer persönlichen Motivation. Es sind nicht die schon mehrfach gehörten und gelesenen Motivationsregeln. Diese kennen Sie alle. Auch wenn zwischen „kennen“ und „können“ ein großer Unterschied liegt. Warum fällt es Ihnen manchmal so schwer, diese Regeln auf Dauer bei sich selbst anzuwenden? Sie schauen von der falschen Seite auf die Herausforderung. Daher funktioniert Ihr ganzes Wissen nicht wie gewünscht.

Wie alles begann
Lassen Sie uns kurz einen Ausflug in Ihre Kindheit und Jugend machen. Erinnern Sie sich, welche TV Serien und Filme Sie damals geschaut, ja sogar vergöttert haben? Waren Sie Bonanza Fan? Oder ging Ihre Leidenschaft doch eher in Richtung A-Team, McGyver, James Bond, Friends, Buffy oder TKKG? Wer waren Ihre Helden der Jugend?
Bevor Sie nun weiterlesen, brauchen Sie diese Antwort. Überlegen Sie kurz und finden Ihre Lieblingsserie. Dann denken Sie weiter – wer waren Ihre ein, zwei, drei Charaktere, die Ihre Helden waren? Meistens gab es eine „Person“, mit der Sie sich am meisten identifiziert haben.

Wunderbar. Ich zeige Ihnen anhand zwei meiner Jugendhelden, was ich meine. Der eine Held war „Data“ aus Star Trek – Next Generation. Ein Roboter, der aussah wie ein Mensch. In seinem Tun und Handeln sehr logisch, immer eine Lösung parat. Jedoch Eines hatte er nicht. Emotionen.
Dann war da Michael Dudikoff, der „American Ninja“. Sonyboy, Kämpfer, sehr fokussiert, schnell und effektiv. Da er auch wie „Data“ in seinen Rollen keine Familie hatte, fehlte dem Filmcharakter auch ein wenig die Emotion. Jedoch ein cooler Typ.

Ein Lebensmodel in 60 – 90 Minuten
Da Sie gerade Ihre(n) persönlichen Helden vor Augen haben, schauen Sie sich diese Film- oder Serienrolle bitte einmal genauer an. Was für ein Mensch war das? Was waren seine Eigenschaften, seine Vorlieben, sein Handeln, sein Lebensmodel, sein Bild von Familie oder Beziehung, sein Umgang mit anderen Menschen und sich selbst?
Sofern Sie nicht selbst schon darauf gekommen sind – legen Sie diese „Rolle“ einmal neben ihr eigenes Leben. Kann es sein, dass Sie in einer gewissen Art und Weise diese „Rolle“ darstellen und leben?

Vielleicht sehen Sie sogar noch aus, wie Ihr Idol (wie ein Coachie von mir, der seinem Helden Chuck Norris erschreckend ähnlich kommt). Oder eine Dame, die ich vor kurzem trag und mir erzählte, dass Sie Winnetou verehrte. Tja, die Werte von Winnetou lebt sie seit vielen Jahren in ihrem Leben. Freiheit, mit jedem gut Freund sein zu wollen und keine Partnerschaft.

Schauen Sie auf Ihr Verhalten
Mir geht es hierbei weniger um den Inhalt (Aussehen), sondern mehr um die Struktur (Verhalten) der gespielten Rolle. Ihr Unterbewusstsein sucht immer nach einer Struktur und nicht nach dem Inhalt. Kann es sein, dass Sie diese Filmrollen Struktur in Ihr Leben übernommen haben? Denn in Ihrer Kindheit war das die „Wahrheit“.

Ich schaue kurz auf mich. Gefühle zeigen fiel mir nicht leicht. Das klassische Familienleben war auch nie meins. Hatten diese beiden Filmcharaktere interessanterweise auch nicht. Sehr strukturiertes herangehen und wenig auf seine eigenen Gefühle hören (Data) und die Welt retten wollen (Michael Dudikoff), sind auch meine Attribute. So richtig in meinem Leben anzukommen scheine ich auch nicht. Wie auch meine Helden. Sie waren immer auf Achse. Am Ende jeder Folge oder jedes Films ging es doch irgendwie weiter. Die Reise war nie zu Ende. War eine Welt gerettet, war eine Andere in Not und wollte gerettet werden. Ausruhen und entspannen gab es selten.

Ich finde das sehr interessant. Sehr viele Menschen haben wie auch selbst, Strukturen von Filmrollen übernommen, die uns in 60 Minuten Einheiten oder auch 90 Minuten Kino Film einen minimalen Ausschnitt eines Lebens zeigen. Und unser Unterbewusstsein hat sich so damit identifiziert, dass wir annehmen, diese Struktur ist auf ein komplettes Leben anwendbar.

Morgen erfahren Sie, was dies für Auswirkungen auf Ihr tägliches Leben hat und wie Sie die bei Bedarf ändern können.
To be continued…

2019-02-27T22:16:50+00:0027.02.2019|